SH-Modellbau

Präzision im Detail

 

SU-100 (1/6)

In diesem Bericht möchte ich die Entstehung eines schon lange ins Auge gefassten Eigenbauprojekts im Maßstab 1/6 vorstellen. Da es im Maßstab 1/6 so gut wie nichts zu kaufen gibt, muss allerdings vieles selbst angefertigt werden....also genau das richtige für mich. 


Ketten

Bei den Ketten stand ich zunächst vor der Frage: selber anfertigen oder auf vorhandene bewährte Produkte zurückgreifen? Da es glücklicherweise einen sehr guten Hersteller für Ketten im Maßstab 1/6 gibt, kam ein Selbstanfertigen für mich an dieser Stelle nicht in Frage. 


Nachdem ich die ersten Musterglieder vom Gießwerk in den Händen hielt, stand schnell fest, dass es genau diese Kette sein soll. Verarbeitung und Detailtreue sind einfach fabelhaft. Zudem sind die Ketten extrem reißfest. Die Farbgebung werde ich noch durch entsprechendes Brünieren an den gewünschten Farbton anpassen. 


Darf ich vorstellen: Mechaniker und Fahrer Igor

Diese Puppe kommt von der Firma Dragon und passt hervorragend zum späteren Modell. Der Plan sieht vor die Puppe später über eine Servoautomatik lebendig wirken zu lassen. Wer sich hier näher informieren möchte sollte das Netz nach dem Begriff Animatronic durchsuchen. 


Laufrollen

Die Laufrollen bestehen wie beim Original aus je zwei Laufrollenscheiben welche mit der Radnabe verschraubt werden. Die Nabe selbst verfügt über je drei Kugellager. Über eine abschraubbare Nabenabdeckung gelangt man an den Wellensicherungsring, welcher ein Abrutschen der Laufrolle von der Welle verhindert. 

Aufgrund des abgerundeten Profils der Laufrollen, war ein konventionelles Drehen kaum möglich. Urprünglich sollten alle Laufrollen jedoch genau so gefertigt werden. Hierzu habe ich die abgerundete Kontur schrittweise vorgedreht um anschließend mit einem Radiusdrehstahl die finale Form einzubringen. Leider konnte ich hier kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Um alle Stellen der Laufrolle zu erreichen, musste der Drehstahl weit ausgespannt werden. Die Folge waren Vibrationen beim Drehen und entsprechend tiefe und sehr unschöne Rattermarken. 

Glücklicherweise kann man mit einer CNC-Fräsmaschine auch dreidimensional fräsen. So entschied ich mich dazu, die Laufrollen auf der Drehmaschine zunächst vorzudrehen, sprich die Außenkontur der Vorderseite sowie die Außen- und Innenkontur der Rückseite zu drehen, um anschließend die vorderseitige Innenkontur auf meiner CNC-Fräse zu fertigen. Nachteil: Will man beim 3D-Fräsen einer einzelnen Laufrollenscheibe nicht tagelang neben der Maschine stehen, so muss man bezüglich der Oberfläche eine gewisse Rauigkeit in Kauf nehmen. 

Um die leicht raue Struktur, welche beim Fräsen unumgänglich ist, zu glätten, habe ich mich einfacher Schleif- und Polier-Utensilien aus dem Baumarkt bedient. Zum Glätten wurde die Laufrollenscheibe wieder in die Drehmaschine gespannt und dann kurz geschliffen und poliert. Beim Polieren wollte ich bewusst keine spiegelglatte Oberfläche erzielen, da man diese später für Lackierarbeiten wieder aufrauen müsste. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen.